HIV/Aids geht uns alle an. Berliner Engagement darf nicht nachlassen!

Klaus LedererDIE LINKE im AbgeordnetenhausGesundheitQueer

Anlässlich des morgigen Welt-Aids-Tages erklärt der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus Klaus Lederer:

„Der Welt-Aids-Tag erinnert daran, dass das Thema HIV/Aids uns alle angeht und nicht aus dem Bewusstsein geraten darf. In den letzten Jahren wurden in Berlin große Erfolge erzielt, die in diesem Jahr mit der Verleihung des "Fast Track Cities Circle of Excellence Award 2023" an Berlin gewürdigt wurden. Dennoch darf jetzt nicht nachgelassen werden, wenn wir das Ziel, Aids bis 2030 in Berlin zu beenden, erreichen wollen.

Leider hat es den Anschein, dass der Senat sich auf den Erfolgen der Vorgängerregierung ausruhen will. Das für 2025 angestrebte Zwischenziel, dass mehr als 95 Prozent der Menschen ihren Status kennen, ist in Berlin noch nicht erfüllt. Nötig ist deshalb ein weiterer Ausbau der wichtigen Infrastruktur der zielgruppengerechten und niedrigschwelligen Testangebote, die stark nachgefragt werden. Auch die Aufklärung unter Heterosexuellen muss angesichts steigender Neuinfektionen in dieser Bevölkerungsgruppe verstärkt werden. Der aktuelle Senat handelte hier bislang leider völlig unambitioniert und hat in seinem Haushaltsentwurf sogar Kürzungen im Handlungsfeld HIV/Aids vorgesehen.

Die leider nach wie vor nicht überwundene Diskriminierung von Menschen mit HIV und Aids müssen wir entschlossen bekämpfen, in Deutschland aber auch weltweit. Vor dem Hintergrund globaler Krisen und politischer Rollbacks in verschiedenen Teilen der Welt sind auch in den nächsten Jahren Rückschritte zu befürchten. In Osteuropa bspw. ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder angestiegen.

Noch immer ist die Angst vor Stigmatisierung ein großer Faktor, der Menschen davon abhält, sich testen zu lassen, und damit zur Verbreitung des Virus beiträgt. An den Folgen unerkannter oder zu spät erkannter HIV-Infektionen sterben Menschen noch immer. Das kann und muss verhindert werden. Es kommt entscheidend darauf an, das Wissen zu Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten weiter zu verbreiten.“